Grenzlandschaft Sorge

Zaun und Beobachtungsturm im Grenzmuseum.

Die ehemalige innerdeutsche Grenze hautnah erleben – das ist auch im Jahr 2020 noch möglich. In der „Grenzlandschaft“ des Vereins Grenzmuseum Sorge in Sachsen-Anhalt ist ein Teil des früheren „Todesstreifens“ erhalten geblieben, inklusive originaler Grenz- und Signalzäune aus (westdeutschem) Nirosta-Stahl, Beton-Wachturm, Erdbunker, Hundelaufbahn und Gewässersperre.

Wir starten am Besucherparkplatz in der Ebersbachstraße und überqueren das Gleis der Harzquerbahn in Richtung Elend. Nach einem halben Kilometer erreichen wir auch schon den Außenbereich des Grenzmuseums, in dem Schautafeln die Geschichte der früheren Demarkationslinie und ihrer teils mörderischen Sicherungsanlagen veranschaulichen, etwa mit einer Funktionsskizze der Selbstschussanlage „SM-70“. Wir folgen dem Kolonnenweg auf ehemaligem DDR-Gebiet und erreichen nach einem weiteren Kilometer den restaurierten Beobachtungsturm („B-Turm“) sowie einen Abschnitt des Grenzzauns, der hier an der Originalstelle erhalten ist – hinter der „Grenze“ in einem Wäldchen entdeckt man sogar noch einen alten BRD-Grenzstein. Nach einer guten Stunde erreichen wir den „Ring der Erinnerung“. Dabei handelt es sich um ein 70 Meter breites, kreisrundes Naturdenkmal des Landschaftskünstlers Hermann Prigann, das 1993 als Ringwall direkt auf der früheren Grenze errichtet wurde.

Da diese hier im rechten Winkel nach Süden abknickt, folgen wir dem Kolonnenweg ins Tal des Ebersbachs und dann dem Lauf des plätschernden Flüsschens, bis wir wieder das Sperrzauntor des Grenzmuseums erreichen. Auf dem Rückweg sollte man auch noch das kleine Indoor-Museum des Vereins besuchen, das vom Parkplatz rund 500 Meter ortseinwärts im alten Bahnhofsgebäude beheimatet ist. Neben den ausgestellten Exponaten der Grenztruppen vermittelte uns der kurze Vortrag eines Vereinsmitglieds spannende Einblicke in die Zeit, als Sorge noch im militärischen Sperrgebiet lag und junge Militärdienstleistende der Grenzkompanie Sorge 13 Kilometer des Todesstreifens „sichern“ mussten.

Bilder und GPS-Download bei Komoot

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